2026-04-11: MZ Artikel

Die Mitteldeutsche Zeitung hat zu Jahresbeginn eine neue Serie gestartet, in der die Vereine aus Aschersleben vorgestellt werden und so ihren Platz in der Zeitung bekommen.
Umso mehr freuen wir uns, dass auch wir Teil dieser Reihe sein dürfen! Der Artikel über uns ist heute erschienen – schaut gern mal rein.

Ein Hauch von Fernost

Karate- und Kobojutsu-Sport auf der Alten Burg in Aschersleben: Verein beschäftigt sich seit fastMZ2026 04 11 500
35 Jahren mit der japanischen Kampfkunst.

VON JENS DAMMANN

ASCHERSLEBEN/MZ. Den 23. September 1992 nennen die Aschersleber Karate-Kämpfer als Gründungsdatum ihres Vereins. Gerade mal eine Handvoll Leute ist damals angetreten, um den „Ascania Karate Traditionell“ aus der Taufe zu heben. „Zunächst sind wir mit unserem Trainingsbetrieb durch alle möglichen Sporthallen der Stadt Aschersleben getingelt. Letztendlich war es der damalige Oberbürgermeister Andreas Michelmann, der uns das heutige Vereinsdomizil auf der Alten Burg 40 in Aschersleben angeboten hatte.

Einzug in Eigenregie 
In Eigenregie haben die Vereinsmitglieder dann daraus eine nutzbare Sportstätte gestaltet. Da die Finanzen knapp waren musste viel improvisiert werden. „So ist beispielsweise das alte Parkett aus der ehemaligen Stadthalle aufgearbeitet und dorthinein verlegt worden“, berichteten die beiden Vereinsvorstandsmitglieder und Trainerinnen Yvonne Fiala und Katrin Smolin während eines Gesprächs. Der Fußboden wurde mit entsprechenden Matten ergänzt und so findet seither dort der regelmäßige Sportbetrieb immer montags bis freitags statt.
Insgesamt trainieren gegenwärtig 160 Mitglieder im Alter von sechs bis 70 Jahren im Verein. Davon sind etwa 50 Erwachsene, der Rest Kinder und Jugendliche. Zehn lizensierte Übungsleiter sorgen für ein stets hohes Niveau bei den Trainingsveranstaltungen. Sowohl beim Nachwuchs als auch im Erwachsenenbereich wird in unterschiedlichen Leistungsgruppen trainiert.
Der Verein beschäftigt sich speziell mit Shima Ha Shorin Ryu Karate. Das sei vereinfacht auf den Punkt gebracht der Kampf mit den Händen. Ergänzend dazu wird Yamanni Chinen Ryu Kobujutsu trainiert. Das wiederum ist der Kampf mit Waffen. Dazu zählen lange Holzstangen, die Bo, die individuell auf die Körpergröße des Kämpfers angepasst sind. Zum Einsatz kommen aber auch Sai. Diese Sai sind Dreizacks aus Metall und sind zugegebenermaßen schon äußerst beeindruckend. Mit diesen Waffen können die Kämpfer den Gegner schneiden, nach ihm werfen oder auch stoßen und schlagen.
„Wer sich nun für diese Sportart interessiert, der bekommt natürlich als Anfänger noch keine Waffen in die Hand. Zunächst geht es darum, grundlegende Kenntnisse und Fertigkeiten zu erwerben“, so Katrin Smolin. Dann fügte sie an, dass es in dieser Kampfkunst neben dem Kennenlernen des Regelwerks auch um Respekt untereinander geht. „Das allein versetzt vor allem so manches Kind schonmal in Erstaunen“, erklärte die Trainerin.
Hinzu kommt die erforderliche Selbständigkeit. „Nicht jedes Kind im Alter von sechs oder sieben Jahren ist in der Lage, sich selbst eine Schleife oder den Gürtel zu binden“, bedauerte Katrin Smolin, denn an der Wettkampfkleidung befinden sich nun mal keine Klettverschlüsse. Aber Kinder lernen schnell – gerade in der Gemeinschaft – und sind dann stolz, was sie auf einmal alles können.
Selbstverständlich können die Aschersleber Karate-Kämpfer auf sportliche Highlights verweisen. Das herausragendste darunter dürfte mit Sicherheit der Weltmeistertitel von Yvonne Fiala gewesen sein, den sie Anfang der 2000er Jahre in die Eine-Stadt holte.

Neue Trainingsstätte nötig
Um dieses hohe sportliche Niveau halten zu können, braucht es auch weiterhin eine verlässliche Trainingsstätte. Der Pachtvertrag für das jetzige Domizil läuft im Jahr 2028 aus und das stellt die Sportler vor enorme Probleme. Hier spielen vor allem finanzielle Aspekte eine Rolle. Wer in geeigneter Form helfen kann, der darf sich gern mit dem Verein in Verbindung setzten. Vielleicht lässt sich eine akzeptable Lösung finden.
Sollte nun jemand neugierig auf die sportliche Seite des Vereins geworden sein, der darf sich den 14. Juni vormerken. Dann können alle Interessenten den Karate-Kämpfern in der Sporthalle des ehemaligen Ascaneums in der Otto-Lilienthal-Straße 22 in Aschersleben über die Schultern schauen.
Abschließend hieß es, dass alle Akteure stolz darauf seien, dass sie eine weitestgehend verletzungsfreie Sportart ausführen. Gelegentlich mal ein blauer Fleck, aber mehr sei bisher nie zu beklagen gewesen, lächelten die beiden Gesprächspartnerinnen zum Schluss.

  

 

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